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Detlef Möser
Orthopädieschuhtechnik
Im Haus zum schwarzen Mohren
Augustinerstraße 39 / 40
D-99084 Erfurt
 
Öffnungszeiten:
Montag + Mittwoch + Freitag
8.00 - 14.00 Uhr
Dienstag + Donnerstag
9.00 - 18.00 Uhr
 
Tel.: 0361 / 5623427
Fax: 0361 / 5623428
EMail: info@moeser-schuhtechnik.de
 
Jederzeit Kompetenz und Freundlichkeit, auch ein Kundenparkplatz
steht für Sie bereit !

DAS HAUS ZUM SCHWARZEN MOHREN

Keiner weiß, wie es geschah.
Plötzlich war der Neger da.
Es war ein echter schwarzer Mohr
Mit einen großen Ring im Ohr.
Er kam mit dem Gesinde
der Herzogin Sieglinde,
die jüngst im Güldenen Rade
sich einquartieret hatte.


Man hat ihn auf dem Markt gesehn.
Die Grete sagt, er lacht so schön.
Den Krämern ist der Mann egal.
Hauptsach´, dass er mit Talern zahlt.
Der Hans aus Wandersleben
hat gar die Hand ihm geben.
Das macht, er ist ein Bauer,
die wissens nicht genauer.


Die Mutter zieht ihr´n Sohn ins Haus.
Der Mohr sieht gar zu teuflisch aus.
Der Doktor voll sapentia
erklärt: “Der kommt aus Afrika!“
Der Büttel fürchtet sich und spricht:
„Des Nachts sieht man den Mohren nicht.“
Der Richter droht: „Was auch passiert,
hier wird mit deutschen Recht regiert.“


Der Pfarrer zeigt auf den Altar:
„Seht da, den König Balthasar!
Der war auch schwarz!“
Man hört ihn nicht
und traut allein dem Angstgerücht:
Seid auf der Hut vorm schwarzen Mann!
Der lockt die bösen Geister an!
Am Biertisch ging es hin und her:
„Wir woll´n den Mohren hier nicht mehr!“


Sie hetzten ihn voller Tücke                                
Wohl über Lehmanns Brücke
Und wollten ihn schon fassen
In der Augustinerstraßen.
Da zog die Liese     Reifenstein
Den Mohren in ihr Haus herein.
Und droht voll Zorn und Weiberstolz
Den Kerlen mit dem Nudelholz.

Das kannten sie, das mahnte bang
Wie Streit und Ehekrise.
Sie wichen vor der Liese
und trollten sich so nacheinand`
Bis jeder seine Türe fand.
Tags drauf lud man die Reifenstein
Vor Polizei und Richter ein.

Sie sprach: “Oh hohes Stadtgericht ,
ich weis von keinem Neger nicht!
Nur von paar Trunkenbolde,
die nicht ins Bette wollten.“
Derweil durchsuchte man ihr Haus
Und brachte keinen Mohr heraus,
denn der war mit der Herzogin
schon aus der Stadt fortgezogin.

Man sieht noch heut das Bild vom Mohr,
das visavi vorm Eingangstor
des Klosters an der Hauswand hängt,
und uns zu jener Frage drängt,
ob wir, wie einst Frau Reifenstein,
des Fremden Schutz und Anwalt sein.
Es braucht nur etwas Bürgerstolz
Und notfalls auch ein Nudelholz.